Im eben laufenden Abstimmungskampf betonen die SRG und ihre Unterstützer(innen) fast täglich die Objektivität und Unabhängigkeit des Medienhauses. Gleichzeitig geben sich die zahlreichen Redaktionen der SRG alle Mühe, immer wieder das Gegenteil zu beweisen; zu zeigen, dass sie weder objektiv noch unabhängig sind.
«Objektiv» heisst im Journalismus (der das schreibt, hat
selber viele Journalisten ausgebildet), dass ein Thema von allen Seiten mit
gleich viel Licht beleuchtet wird. Das heisst, es werden Kriterien, bzw. Gründe
dafür und dagegen aufgelistet. Dabei soll die persönliche Meinung des Schreibenden
oder Redenden absolut im Hintergrund bleiben.
«Unabhängig» heisst, dass man nicht für irgendwelche Personen, Institutionen, Parteien, Unternehmen oder Staaten berichtet, sondern dass die Redaktion auch ideell unabhängig, eben nicht einer bestimmten Ideologie verhaftet, ist. Dass keine finanzielle oder strukturelle Abhängigkeit besteht, wird in diesem Fall einmal vorausgesetzt.
Treffen diese beiden Attribute auf die SRG zu?
Die Antwort lautet klar: manchmal. Oft nicht.
Zwei aktuelle Beispiele?
Der Bundesrat will die Mehrwertsteuer (MWST) erhöhen, weil es äusserst dringlich ist die Verteidigung und damit die Sicherheit der Schweiz zu verbessern; weil der militärische Schutzschild unseres Landes mehr Löcher aufweist als ein guter Emmentaler Käse. Die SRG berichtet über den Entscheid des Bundesrates. Dazu interviewt die Redaktion die eigene Kollegin, notabene eine «Wirtschaftsredaktorin».
Dabei titelt die SRG den Beitrag mit: «Gibt es Alternativen
zur Erhöhung der MWST?» Die Redaktorin stellt dann fest: «Die MWST belastet
alle.» - Eigentlich nur konsequent; denn es profitieren ebenso alle
Schweizer von einem sicheren Lebensort. Doch die SRG-Redaktorin ist da anderer
Meinung. Sie bezeichnet die MWST als «asozial». Damit übernimmt sie Haltung und
Beurteilung der SP und der Grünen – allerdings ohne das offen darzulegen. Das
heisst: Die SRG stellt die Parteimeinung der SP ohne weitere
Begründung oder Erklärung als Faktum dar.
Die Frage, ob mehr Geld für die Sicherheit unseres Landes nötig ist, klammert die SRG aus. Kein Wort ausserdem zur Argumentation des Bundesrates, zur aktuellen Bedrohung, etc. Was dabei durchscheint ist auch hier die Ablehnung der Armee und der Landesverteidigung durch Linksgrün. Ihr altes und tausendmal widerlegtes Prinzip: Keine Armee = kein Krieg.
Zusätzlich wird die Frage, ob die MWST-Erhöhung in diesem Ausmass nötig ist, von der SRG gar nicht erst thematisiert.
Noch direkter wird der Bezug zu Linksgrün, wenn die SRG-Redaktorin dann über mögliche Alternativen zu einer Erhöhung der MWST spricht. Hier wiederholt sie deutlich (und entgegen dem Volkswillen) die Leier der linken und grünen Parteien. Sie bringt die Finanztransaktionssteuer wieder auf den Tisch. Wenige (inkl. alle Pensionskassen und ihre Versicherten) sollen also für die Sicherheit der Schweiz bezahlen – auch wenn am Ende alle davon profitieren. Als zweite Alternative fällt ihr die Erbschaftssteuer ein, obwohl genau diese soeben und erneut vom Volk verworfen wurde und obwohl hier eine «Überbesteuerung» stattfinden würde, weil wir unser Vermögen bereits jährlich versteuern, was weltweit eine Rarität darstellt.
Dass die FDP die MWST-Erhöhung ablehnt und vorschlägt, einen Teil der SNB-Gelder zweckgebunden für die Armee zu reservieren, statt in der allgemeinen Bundeskasse versickern zu lassen, und einen Teil der Swisscom-Aktien am freien Markt zu verkaufen: diese beiden Vorschläge werden nicht einmal am Rande erwähnt.
Überhaupt wird aktiv der Eindruck vermittelt, dass FDP und SVP die VBS-MWST-Erhöhung befürworten. Richtig ist aber, dass beide Parteien dazu klar nein sagen. Bloss weiss das offenbar die Wirtschaftsredaktorin nicht...
Das zweite aktuelle Beispiel:
Die FDP legte ein Papier zur inneren Sicherheit vor. Darin
stellte sie zahlreiche politische Forderungen auf. Die SRG thematisiert nicht
die einzelnen Inhalte bzw. Forderungen der FDP, sondern handelt das Ganze
salopp unter der Frage ab: «Wie steht es um die Abgrenzung zur SVP?»
Eine inhaltliche Auseinandersetzung wäre jedoch aus rein
journalistischer Warte ein absolutes Muss gewesen. Zudem hätte dies auch dem
Bedürfnis der Bevölkerung entsprochen, der das Thema auf den Nägeln brennt. Vor
lauter Linksgrün hat man jedoch offensichtlich in Zürichs abgeschottetem
SRG-Tempel inzwischen auch den Bezug zur Alltagsrealität der Bevölkerung
verloren.
Da wird es tatsächlich schwierig, die eigenen Spitzenlöhne, die 14 Monatslöhne, grosszügige Benefits und immer noch mehr Geldforderungen dem «gemeinen Volk» gegenüber zu rechtfertigen.