Es passiert laufend: dauernd (häufiger als die Infrastruktur?) wird der Sozialstaat ausgebaut. Mal sind es die Kinderzulagen, mal die AHV, mal die IV, mal die Sozialfürsorge, mal die 2. Säule, mal die geschützten Arbeitsplätze etc, etc… Mal baut die Exekutive «ein Stockwerk mehr» auf den Sozialstaat, mal die Legislative und mal langt auch der Souverän zu – ist ja immer für die Ärmsten. Da kann doch niemand dagegen sein – oder?
Die linken Parteien, die Mitte, Politik und Behörden geben
sich alle erdenkliche Mühe den Sozialstaat zu vervollkommnen, das Bett für die
Bürger noch weicher und wohliger zu gestalten. Schweiss und Mühen waren gestern.
Morgen sollen wir alle so weich gebettet sein wie auf Wolke 7 und uns so wohl
fühlen «als wie fünfhundert Säue», um aus Goethes «Faust» zu zitieren.
Wer das alles bezahlt? Die Reichen und Superreichen, die ihr Geld nach Ansicht der sozialistischen Internationalen wie der Schweizer SP/GP und der Mitte (diese mit Blick auf die päpstlichen Sozialenzykliken, beginnend mit Rerum Novarum von 1891) ja bloss den armen Bürgern zu verdanken haben, denen sie es unter Anwendung von List, Erpressung oder gar «Gewalt» gestohlen haben.
Aber die Bezahlfrage ist nur der kleinere, der harmlosere Teil des Polit-Sozialtheaters. Denn die Rückseite dieser Staatsmünzen, die von denen da oben derart grosszügig verteilt werden, ist viel gravierender. Sie wird meist nicht bemerkt und oft bewusst missachtet, weil sie schleichend erfolgt; nie abrupt und stets nur im Salami-Rädchen-Format: Mit jedem Franken aus der Staatskasse wird aus der ehemaligen Selbstverantwortung mehr Staatsverantwortung. Ich gebe die Verantwortung für mich dem Staat bzw. dessen Repräsentanten und Bürokraten weiter. Ich überantworte mich dem Staat.
Der gebende Staat läuft seinerseits gleichzeitig grosse Gefahr, der Korruption, dem Missbrauch, der Bürokratie und schlimmstenfalls gar der Misswirtschaft Tür und Tor zu öffnen. Denn wo offenbar das Geld so reichlich herumliegt, ist die Lust auf Selbstbedienung nie fern.
Der Staat nimmt den Bürgern also das Geld weg, weil Politiker, Behörden und Verwaltung der Meinung sind, sie könnten auf diese Weise besser für die Bürger sorgen als diese selbst. Wir bezahlen demnach Behörden, damit sie mit unserem Geld besser für uns sorgen als wir das selber könnten, wenn man uns das Geld liesse. Und das nehmen diese Behörden sehr ernst. So wird uns etwa der Besitz eines Autos verboten, wenn wir eine mit unserem Geld bezahlte Wohnung mieten möchten. Das ist kein Fake, sondern zum Beispiel in den Städten Bern und Zürich Tatsache. Doch nicht nur der Besitz wird uns eingeschränkt (wo bleibt eigentlich die in der Verfassung verankerte Eigentumsfreiheit?) – auch was wir essen sollen oder dürfen, wird uns vorgeschrieben. Etliche Lebensmittel etwa dürfen nur noch soundsoviel Zucker enthalten, auf Alkohol und auf Fleisch sollen wir ganz verzichten. Ebenso auf das Rauchen, es sei denn, es handle sich in der Pfeife um Haschisch.
Und wir lassen uns das gefallen? Und wir wählen diese
Politiker/innen und Parteien, die uns wie Schuljungen behandeln und sich selbst
wie Pauker aus dem vorletzten Jahrhundert aufführen, in vier Jahren erneut?
Offensichtlich…
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