Simpelste Humanität verpflichtet zu sozialem Handeln: denjenigen Menschen, die unverschuldet ihren Lebensunterhalt nicht (mehr) allein bestreiten können, soll geholfen werden. Dabei steht nirgends, dass eine à fonds perdu-Hilfe ohne irgendwelche Gegenleistung erbracht werden muss. Vor ein paar Jahrzehnten kannten die Gemeindebehörden jene Personen, die Hilfe brauchten. Sie erhielten die nötige Hilfe. Gleichzeitig wurden sie zu Eigenleistungen verpflichtet, soweit ihnen dies möglich war. Denn wer von Geldern der übrigen Gemeindemitglieder (mit-)finanziert wird, hat auch eine Bring-Schuld.
Und heute? Die Sozialpolitik wird weitestgehend von den Sozialisten bestimmt. Erwartungen an die Sozialhilfeempfänger sind unanständig geworden. Wer es sich einmal in der Sozialfürsorge gemütlich eingerichtet hat, darf dort lebenslang bleiben. Denn gemäss sozialistischer Denkweise sind diese Personen (wie wir Alle) nicht für sich selbst verantwortlich. Die Gesellschaft ist schuld, wenn einer Pech hat im Leben oder lieber auf der faulen Haut liegt, statt zu arbeiten.
Die nötigen staatlichen Instrumente dazu wurden in den letzten 40 Jahren ebenfalls geschaffen: ein Heer von Soziologinnen und Sozialarbeitern lebt ganz gut von der gründlich aufgebauten Sozialblase. Dabei dürfen sie erst noch abends ins Bett gehen mit dem guten Gefühl, wieder so viel Gutes getan zu haben, indem sie Geld verteilt haben, das ihnen nicht gehörte.
Damit die einzelnen Gemeindebehörden diesem Treiben brav zuschauen und nicht etwa aufmucken, hat man in verschiedenen Kantonen sogenannte Sozialregionen geschaffen. Erstens liessen sich damit neue Stellen für die Sozialindustrie schaffen und zweitens kommt kein Gemeinderat mehr auf die Idee, von «seinen» Hilfsempfängerinnen irgendetwas zu verlangen. Denn die Kosten trägt ja die Sozialregion. Das heisst, dass es sich für die einzelnen Gemeindebehörden nicht mehr lohnt sich anzustrengen, damit die Sozialkosten nicht aus dem Ruder laufen. Denn die Nachbarn zahlen ja mit.
Zu Deutsch: wer sich anstrengt, wird bestraft. Wer fleissig
Geld ausgibt und wegschaut, wird belohnt. Und da soll sich noch jemand wundern, dass
die Kosten förmlich explodieren…
Das gleiche gilt für viele andere Gleichmacher-Übungen. An vorderster Front für den Finanzausgleich. Gemeinden, die sich stets statt eines VWs einen BMW geleistet haben, leben so teilweise auf Kosten jener Gemeinden, die ihren Bürgern das Geld nicht aus der Tasche ziehen, damit sich der Gemeindepräsident in einem luxuriösen Gemeindehaus sonnen oder Mehrzweckhallen einweihen darf. So wird zwar über die Zürcher Stadtexekutive berichtet, weil sie neustens grosszügig all denjenigen, die sich die Krankenkassen-Prämien bisher gespart haben, die Arztkosten bezahlen. Dass die Steuerzahler diese behördliche Grosszügigkeit zu berappen haben, wird glatt «übersehen».
Macht ja nichts, wenn gute Steuerzahler aus der Gemeinde
oder dem Kanton wegziehen. Der Finanzausgleich glättet die Verluste ja wieder. Diese
dauernde Ausgleichspolitik belohnt nicht nur die Falschen. Diese Politik führt
wie alle sozialistischen Massnahmen dazu, dass die Motivation, besser zu
arbeiten, mehr zu leisten (Leistung definiert sich als "Arbeit in der Zeit"), die Gemeinde oder den Kanton effizienter zu verwalten, in die Binsen
geht. Was soll ich mich anstrengen – wenn ich mehr davon habe, wenn ich es
nicht tue? Der Mensch geht wie das Wasser stets den Weg des geringsten
Wiederstandes.
Echte Humanität hilft den Menschen auf die Beine, damit sie sich selber helfen können. Es ist jedermanns Recht, sein Leben statt mit Arbeit auf der Couche zu verbringen. Nur darf er oder sie dann nicht verlangen, dass «die Anderen» sein Leben zu finanzieren haben. Dieser Gedanke der Selbstverantwortung geht aber in der zunehmenden Fülle von Ausgleichen für alles und jede verloren. Darunter leidet letztlich der Gedanke der Humanität - und zwar so lange, bis er gar nicht mehr existiert.
P.S. Noch so ein aktuelles Beispiel: Die Walliser sparen sich noch heute eine obligatorische Gebäudeversicherung. Eben haben wir für Blatten viel Geld spenden dürfen und müssen. Neu dürfen oder müssen wir es für Crans-Montana. "Müssen", weil wir das keineswegs nur freiwillig machen. Blatten bekam auch Bundes(steuer)gelder und Steuergelder von etlichen Kantonen. Dasselbe wird bei Crans-Montana der Fall sein. Wir bezahlen unsere jährlichen Versicherungsprämien, um schliesslich jenen unter die Arme zu greifen, die sich diese Prämien sparen.
Die Politik des Kantons Wallis und der Sozialisten wird
übrigens auch nicht besser oder glaubwürdiger, wenn eine Genfer alt SP-Bundesrätin
sich dauernd lauthals zu Wort meldet – weil sie in Crans-Montana ein
Feriendomizil besitzt.
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