Der Aufstand der Tierfreunde über die Probleme auf einem ehemaligen Bauernhof im Thal war und ist gross. Unter permanenter medialer Begleitung werden Behörden, Parteipolitikerinnen und Anwälte bemüht und fast täglich wird von dringend nötiger «Aufarbeitung» gesprochen.
Tiere, die erbärmlich dahinsiechen müssen, sind kein schöner Anblick. Wer kein Herz aus Stein hat, den muss das bewegen. Doch scheinen hier in hohem Masse die Relationen aus den Fugen geraten zu sein. Wer eine grosse Gedenkveranstaltung mit 120 Kerzen für 120 Hunde organisiert, sollte daran denken, dass es auch Menschen gibt, die unter elendigsten Bedingungen leben müssen, die von diktatorischen Regimes gefoltert werden, die in einem der vielen aktuellen Kriege sterben.
Täglich sterben Tausende von Menschen in den Kriegsgebieten. Die meisten von ihnen äusserst unfreiwillig. Und sie sterben einen Tod fern ihrer Lieben, werden nur zu oft abgeschlachtet wie Vieh. In diesem Moment Kerzen nicht für Menschen, sondern für Tiere, die von ihrem Leiden erlöst wurden, anzuzünden, entbehrt jeder Relation und letztlich auch der Humanität.
Denn wo bleiben die Kerzen für die gefallenen Ukrainer? Wo bleiben die Kerzen für die von Islamisten abgeschlachteten Israelis? Wo bleiben die Kerzen für die 500 entführten Kinder in Nigeria? Etc. etc.
Hier wir die Perspektive der wohlmeinenden Gutmenschen, hier wird die «Perspektive im Mauseloch» zur gelebten Realität. Hier ersetzt die Tierliebe die Humanität.
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