Politikerinnen und Politiker neigen dazu, Zahlen für ihre Sache «heranzuziehen» und «richtig» zu interpretieren. Die linksgrünen Gegner der Windkraft etwa führen meist die Optik an («Verschandelung der Landschaft») und die vielen toten Vögel. Ein Windrad tötet gemäss Studien pro Jahr rund 20 Vögel. Das ist bedauerlich. Doch diese Zahl lässt sich dank modernster Technologie, die nun nach und nach realisiert wird, massiv reduzieren.
Wie sieht jedoch die Realität aus, wenn man diese Zahlen und Fakten auf ihre Verhältnismässigkeit überprüft? Sehr viele Windkraftwerke stehen weit abseits von Ortschaften. Meist stören sie bloss das Auge von Wanderern oder Bergsteigern. Da wäre jedoch mancher Mittellandbewohner froh, den täglich die Rauchfahne eines AKWs oder einer Kehrichtverbrennungsanlage grüsst, wenn es «bloss» ein Windrad wäre. Ist eine Landschaft «verschandelt», wenn ein Bauwerk das Auge von ein paar wenigen Betrachtern «beleidigt»?
Und die «vielen toten Vögel»? In der Schweiz leben aktuell gegen 2 Millionen Hauskatzen. Nach Schätzung der Ornithologen fallen ihnen pro Jahr rund 30 Millionen Vögel zum Opfer. Dabei macht die Katze keinen Unterschied zwischen häufig vorkommenden, geschützten und bedrohten Arten. Sollten die Windräder ähnlich viele Vögel umbringen wie unsere über alles geliebten Hauskatzen, müssten in der Schweiz von ihnen 1.5 Millionen Exemplare stehen. Am Ende werden es aber allerhöchstens 200 bis 300 sein. Stromausfälle hingegen können Menschen töten.
Ein Politiker nannte kürzlich im Bundesparlament AKWs «ein Hirngespinst». Tatsache ist, dass die bestehenden vier AKWs unsere «Strom-Lebensversicherung» sind – vor allem im Winter. Und das sind sie sehr wohl als festgemauerte Tatsache – weit davon entfernt, ein Hirngespinst zu sein. Da wollte wohl einer die Realität seiner eigenen Überzeugung anpassen.
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