Dienstag, 14. Juli 2026

Lustig, viel Lärm und keine Lösungen?

Weder das Kantonsparlament noch die Regierung des Kantons Solothurn waren imstande, eine Organisationsstruktur für die SOH AG zu schaffen, die wenigstens den fundamentalsten Kriterien einer «good governance» entspricht. Einmal mehr wird klar: Regierung, Legislative und Verwaltung können das Unternehmertum nicht. Und so tun als ob, indem man eine Aktiengesellschaft bastelt, reicht einfach nicht.

Die Folgen sind verheerend. Die Millionenlöcher stopfen aber weder Parlament noch Regierung, sondern einzig und allein die Steuerzahlenden. Doch was tun die Parteien, was tun die Parlamentarier? Letztere schweigen vor allem – von wenigen Ausnahmen mal abgesehen. Und die Parteien wollen rollenden Köpfe sehen.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: wer Mist baut muss dafür die Verantwortung tragen. Das lernen bereits die Kleinkinder – und so alt kann ja wohl keiner werden, dass er das vergessen sollte.

Bloss lösen die rollenden Köpfe das Grundproblem der falschen Organisationsstruktur nicht. Und auch nicht das Übel, dass die Hände der Regierung nicht in die Hosentaschen gehören, sondern tatkräftig ans Werk.

Einige Parteien wollen sich vor allem profilieren, indem sie möglichst laut und möglichst undifferenziert Forderungen stellen und vorschnelle Urteile abgeben. Das bietet sich auch an; um vom eigenen Versagen abzulenken. Denn am Ende sind auch die Dümmsten schlauer als am Anfang. «Am Anfang» allerdings hätte es wirklich ein bisschen mehr graue Masse benötigt.

Die grösste Partei im Kanton, die SVP, schreit besonders laut. Doch konstruktive Politikarbeit findet unspektakulär statt. Sie erfordert Denkvermögen und Fleiss; nicht Lautstärke. Zudem hilft es der Glaubwürdigkeit einer Partei wenig (siehe SVP Thal), wenn sie sich in Fragen profilieren und in Fakten einmischen möchte, für die weder ihre Region noch der Kanton zuständig sind, sondern allein der Bund (Wisent-Frage). Wenn zudem diese jungen SVP-ler der Meinung sind, genau die Wisent-Frage sei das Problem Nummer 1 in diesem Kanton, beweisen sie bloss, dass sie von ebendiesem Kanton keine blasse Ahnung haben.

Noch ein kleiner Hinweis an die SVP-Junioren: auch die Landwirtschaft ist nicht der Nabel der Welt. Wäre auch etwas schwierig mit einem Beitrag zu unserem Bruttoinlandprodukt von 0.6 Prozent; ein Grossteil davon noch in Form von Subventionen.

Wollen wir wetten, dass das viele Geschrei am Ende wieder 90 Prozent der bestehenden Probleme nicht lösen wird? Lustige Fasnachtsthemen hätten wir eigentlich schon genug… Dieser Kanton braucht intelligente Lösungen! Und zwar möglichst viel davon.

 

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