Freitag, 18. September 2026

Ist Dummheit an der ETH lernbar?

Die ETH hat eine Studie veröffentlicht. So zumindest verkündet es die SRG in dicken Schlagzeilen. Mitarbeitende der Hochschule haben danach Schweizer Steuerdaten nach der Methode eines sozialistisch-kommunistischen französischen Wirtschaftswissenschaftlers neu sortiert und kommen zum Schluss: «Die Reichen zahlen zu wenig Steuern.» Alles Andere wäre ja bei der Methode des erzlinken Franzosen auch eine Überraschung gewesen.

Eine wirkliche Überraschung ist dagegen, dass man den Namen «ETH» für einen solchen Schwachsinn benutzen darf (bis anhin hat sich der Wissenstempel noch nicht von dieser «Studie» distanziert). Und einmal mehr tragisch ist, dass die SRG so tut, als sei das gerade der Weisheit letzter Schluss, diese Daten verbreitet und dabei geflissentlich verschweigt, von wem denn diese neue (die so neu gar nicht ist) Methode stammt. Die SRG verschweigt auch, dass kein einziges Land auf der Welt diese Methode übernommen bzw. in die steuerliche Realität umgesetzt hat.

Worum geht es? 

Wer Aktien eines börsenkotierten Unternehmens besitzt (weil er zum Beispiel einen Teil seines Vorsorgevermögens so angelegt hat) oder wer ein Familienunternehmen besitzt oder daran beteiligt ist, zahlt nach Ansicht dieser sogenannten «Studie» zu wenig Steuern. Diese Personen werden pauschal als «Reiche» bezeichnet. Und schon habe ich aus Nonsens eine Schlagzeile produziert.

Doch weshalb sind Aktionäre reiche Nicht-Steuerzahler? Weil kein Unternehmen seinen vollständigen Gewinn an die Aktionäre ausschüttet. Wäre das, so die Studienautoren, der Fall, müssten nämlich viel mehr Einkommenssteuern bezahlt werden. Genau deshalb würden wiederum die Unternehmen nicht den ganzen Gewinn ausschütten.

Die Realität ist jedoch, dass Unternehmen weltweit in der Regel nicht mehr als einen Drittel des Gewinns ausschütten. Nicht aus steuerlichen Gründen, sondern weil der Rest für Forschung und Entwicklung benötigt wird; also in die Innovation fliesst. Zudem sind Gelder für Investitionen nötig. Kein Fabrikationsgebäude hält ewig und keine Produktionsmaschine läuft ewig. Meist werden ferner auch Reserven für Konjunktureinbrüche geäufnet. Dies vor allem bei Familienunternehmen - zur Sicherung der Arbeitsplätze.

Würden die Aktionäre alle als "Gewinn" deklarierten Gelder aus der Firma nehmen, sähe die Zukunft des Unternehmens bald einmal sehr düster aus.

Soweit zur Ökonomie – von der man an der ETH offenbar keinen blassen Schimmer hat.

Und nun noch zu den Steuern in der Schweiz: bei einem Aktionär eines KMU- oder Familienunternehmens wird jeder im Unternehmen verdiente Franken gleich mehrmals besteuert. Zuerst bezahlt das Unternehmen vom Umsatz Mehrwertsteuer. Dann wird der Gewinn beim Bund, beim Kanton und bei der Sitzgemeinde besteuert. Wird eine Dividende bezahlt, wird diese noch einmal dreifach als Einkommen besteuert. Das Unternehmen bezahlt zudem jährlich auf seiner Substanz Steuern. Der Aktionär bezahlt auf diesem "Substanzwert" (der eine Mischform zwischen einem reinen Substanz- und dem Ertragswert darstellt) jährlich eine Vermögenssteuer.

Von all dem scheint an der ETH hingegen niemand etwas zu wissen oder wissen zu wollen. Sind das (bloss) linksideologische Scheuklappen oder läuft die Veröffentlichung von Schwachsinn auch diesmal unter dem Titel «Forschungsfreiheit»?

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