Mittwoch, 15. April 2026

Parteireligion statt Weitsicht

Eigentlich sind die Fakten klar. So klar jedenfalls, wie Mathematik und Physik nur sein können. Wir haben einen grossen und stark wachsenden Hunger nach Strom. Man kann nun mal keinen Strom sparen und gleichzeitig auf die E-Mobilität umsteigen. Man kann keinen Strom sparen und gleichzeitig die Welt digitalisieren und KI einführen. Man kann keinen Strom sparen und gleichzeitig das Bargeld abschaffen. 

Das ist das Dilemma der Grünlinken: die Hausbesitzer dazu zwingen, die Holz- oder Gas- oder Ölheizung durch eine Wärmepumpe (also durch die Stromversion) zu ersetzen und dann die AKW abstellen wollen. Diese Politik ist mehr als schizophren.

Haben Sie sich auch schon gewundert über die Haltung unserer Kraftwerksbetreiber zur Frage nach neuen Atomkraftwerken? In den 50-er und 60-er Jahren waren die gleichen Kraftwerksbetreiber noch innovativ und vorausschauend. Sie haben rechtzeitig in neue Speicherseen in den Alpen und in die neue Atomenergie investiert. Bis heute zehren wir von diesen wichtigen Entscheiden unserer Vorfahren. Unser ganzer Wohlstand, unsere starke Wirtschaft und unsere teuren öffentlichen Einrichtungen: das alles wäre nicht hier, wenn die Vorfahren nicht visionär rechtzeitig in grosse Kraftwerke investiert hätten.

Und heute? Die gleichen Stromproduzenten winden sich mit allen möglichen Teil- und Pseudoargumenten aus der Energiediskussion raus. Sie kreieren grosse Wind- und Solarprojekte, die allesamt schon auf der Planungsvorstufe scheitern. Im besten Fall werkeln sie noch an der Verbesserung bestehender und in Ausnahmefällen gar an neuen Speicherkraftwerken herum. Und das, obwohl auch diese Unternehmensverantwortlichen 1 und 1 zusammenzählen können.

Den Grund für diese Unternehmenspolitik, die allein durch Zögern und Zaudern bestimmt wird, sind die neuen Linksgrünen. Die zahlreichen SP-Vertreter in den Verwaltungsräten ebenso wie die zahlreichen SP-Energiedirektoren in den Regierungsräten. Ihre Politik ist nicht mehr dadurch bestimmt, möglichst gute Rahmenbedingungen für möglichst viele Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenteil: auch hier steht die Parteiideologie allem Anderen voran. Hauptsache, keine Atomkraftwerke, keine Windkraftwerke und keine neuen Speicherkraftwerke. Lieber mehr Natur und weniger Mensch als weniger Natur und mehr Arbeitsplätze. Das ist ihre (neue) Religion. Und damit blockieren sie mögliche Grossinvestitionen unserer Stromproduzenten schon im Ansatz.

Dazu passt bestens, dass sie nun vom Bund Steuergelder verlangen, wenn sie denn die Planung von AKWs aufnehmen sollten. Seltsam, dass Frankreich und Finnland zum Beispiel solche Werke neu bauen können, ohne mit der Verlust-Fahne zu winken. Aber wenn unsere Grossproduzenten erst dann an die AKW-Planung denken, wenn der Strompreis derart hoch ist, dass sich das Investment mit aller Sicherheit lohnt, werden wir ein paar Jahre im Dunkeln leben müssen.

P.S. Wenn, wie das Linksgrün predigt, der Klimawandel dazu führen sollte, dass wir vermehrt lange Trockenperioden erleben, müssten wir nun schleunigst damit beginnen, neue Speicherseen in den Alpen zu bauen, um unsere künftige Wasserversorgung sicher zu stellen. Dass diese Speicherseen auch gleichzeitig der Stromspeicherung und -produktion dienen könnten, wäre sogar volkswirtschaftlich ausgezeichnet.

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