Freitag, 3. April 2026

Die Unfähigkeit als Prinzip?

Kommt Ihnen da irgendetwas bekannt vor:

Ein Webstübeler sitzt auf einem Baum und schreit alle paar Minuten: «Ich kann nichts sehen. Ich sehe nichts.» Da kommt ein Passant vorbei und fragt ihn, was er denn da so rumschreie. «Im Radio haben sie gesagt, heute komme der Winter. Aber ich kann ihn nicht kommen sehen. - Doch ich steige jetzt runter. Heute ist es saukalt.»

Erinnert das nicht fatal an das, was im Moment in Bern unter dem Titel «Sicherheitspolitik» passiert? Oder eben nicht passiert? Da wird über das nicht vorhandene Geld gestritten. Da werden tatsächlich Überlegungen darüber angestellt, ob nicht Studien und Expertenberichte und «weitere Abklärungen» nötig wären. Damit wir irgendeinmal in ferner Zukunft wüssten, wie wir unser Land vor fremden Eindringlingen und Terror schützen könnten.

Der Flächenbrand ist nahe und wir überlegen uns ernsthaft, ob wir allenfalls jemanden damit beauftragen wollen, er solle sich gelegentlich Gedanken dazu machen, ob er allenfalls einen Wasserschlauch besorgen möchte. Auf gut Deutsch: wirklich handeln tut niemand. Obwohl sich alle absolut einig sind, dass jetzt Handeln dringend gefordert wäre.

Ist unsere Politik unfähig zur Problemlösung geworden? Können wir uns nur noch gegenseitig die Probleme und Herausforderungen um die Ohren hauen, statt sie zu lösen? Die Mitte beschäftigt sich bloss noch mit den traditionell lebenden Ehepaaren. Die SVP mit den (Wein-)Bauern und den Immigranten. Die SP mit allen (meist selbsternannten) Randgruppen und ihrem Traum vom Kommunismus. Die Grünen fokussieren allein auf die Natur, die für sie längst wichtiger geworden ist als die Menschen. Die FDP hat verlernt, selbstbewusst und klar Lösungen zu kreieren, zu vertreten und mit taktischem Geschick auch durchzubringen.

Bildung, Forschung, Fortschritt – und das alles in Sicherheit: das sind in Bern keine Themen (mehr). Offenkundig goutiert das aber die Wählerschaft. Ganz nach dem Prinzip: «Mir ist doch egal, wie es dem Land geht. Hauptsache ich komme zu meinem Geld und zu meiner Sache.»

Aber wir können leider noch lange die Hände vors Gesicht halten wie ein kleines Kind und behaupten, man sehe uns nicht. Die Welt bewegt sich weiter. Die Zukunft kommt. Dabei ist es ihr egal, ob die Schweiz dann wieder ein armes Auswandererland und unfrei sein wird oder ein freies Land im Wohlstand.

 

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